Lydia – eine wahre Geschichte

Heute möchte ich euch von meiner letzten Errungenschaft erzählen. Lydia.

Lydia ist ein Indie-Game welches eine Spielzeit von knapp einer Stunde hat für einen Preis von 4€. Kann man mal machen,kann man auch lassen, klar. Aber Lydia ist ein besonderes Spiel und warum genau das verrate ich euch jetzt.

Ich habe das Spiel gespielt ohne mir vorher den Inhalt durchzulesen. Das schwarz-weiße Design was meist für düstere/gruslige oder auch deprimierende Spiele benutzt wird,sprach mich an.

Am Anfang der Geschichte merkte man bereits das nichts ist wie es scheint. Besondere Elemente wurden farbig hervorgehoben wie beispielsweise der Teddybär welcher Lydia beim Ängste bewältigen hilft oder auch das Monster.

Das Spiel besteht hauptsächlich aus Textpassagen in denen man als Lydia selbst entscheiden kann ob man verärgert,irritiert,ängstlich,fordern oder wie auch immer reagiert. Ein paar Aktionen darf man dann ab und zu auch machen wie die Spielfigur bewegen oder hier und dort den A-Knopf drücken.

Von einem (fast) geschenkten Indie-Game habe ich nicht viel erwartet von daher spielte ich die Story an einem Stück durch – so lange kann das ganze ja nicht sein.

So beginnt das Spiel mit einer Textfrequenz zwischen Freunden, dann dem Vater der eine gruselige Gute-Nacht-Geschichte erzählt, diese aber nicht positiv enden lassen kann da Lydia ins Bett muss, denn es kommt besuch. Während der Vater die Geschichte noch zu Ende erzählen möchte damit der Spieler nicht mit Angst ins Bett muss, bleibt die Mutter dabei – das Kind muss hoch. Soweit – so seltsam. Im Kinderzimmer wird dann der Teddy gesucht und im Kleiderschrank ein Licht entdeckt welches uns in eine andere Welt bringt. Hier werden wir mit dem Monster aus der Geschichte konfrontiert.
Weiter geht es mit Dialogen. Viele Dialogen. Und so zieht sich die Geschichte durch. Dialog Teddy, Licht im Schrank,Welt betreten, Erlebnis in der Welt durchspielen und ja, das wars im Endeffekt auch schon.

Aber was macht die Geschichte nun so interessant?

Ganz einfach: Die Thematik und der Aufbau!
Wer mich kennt weiß das ich ein großer Pädagogik&Psychologiefan bin und die Geschichte von Lydia berührt.

Hier jetzt der Hintergrund:
Lydia ist ein Spiel indem wir die Welt eines kleines Mädchens erleben welche in einer Erwachsenenwelt voll mit Streit und Alkoholmissbrauch groß wird. In dem Spiel werden einzelne Lebensabschnitte gezeigt von dem Kind sein mit Freunden und Eltern die laute Party schmeißen während sie ängstlich die Zeit in ihrem Zimmer verbringt über die Jugendzeit und Muttis neuen Freund der duchgängig betrunken ist sowie Vatis verletztende Worte, ‚Freunde‘ welche selbst streitfreudig sind und letzten Endes einen hohes Eifersuchtsproblem ausstrahlen bis hin zur Mutter die Tabletten nimmt – und Lydia ist an allem Schuld. Wer ist das eigentliche Monster und wie bekämpft man es?

Als i-Tüpfelchen kann man durch den Kauf des DLC’s (1€) Geld an die Organisation ‚Fragile Childhood‘ spenden welches Kindern ,die Schäden aus einem solchen Elternhaus tragen, zu helfen. Allein deswegen kann man sich das Spiel holen.

Die Geschichte hat der Autor selbst so erlebt, die Bilder sind alle von einem Autor handgezeichnet und die stimmige Musik wurde von einem Filmkomponist gemacht.

Das Spiel gibt es im übrigen auch für Steam!

Ich empfehle das Spiel allen welche sich mit dem Schicksal anderer Menschen auseinander setzen wollen oder auch einfach mutig genug sind hinzusehen und etwas gutes tun wollen.

Das war ein ganz schön harter Brocken…

Bis zum nächsten Beitrag,
eure Jule!